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Aufräumaktion, Homowo Festival, Full House und Akropong 2.0

Seit Ulrich da ist hat sich das WG-Leben gewandelt. Dadurch, dass er durch seinen vorherigen Aufenthalt die Strukturen von MoG, viele Leute und das Leben in Accra kennt, hat er eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was er während seines Aufenthalts schaffen möchte. Neben geselligen Abenden zu dritt oder mit Freunden und dem alltäglichen Unterrichtsbetrieb fangen wir also an aufzuräumen. Wir listen alle Instrumente aus Nima, Korle Gonno und Teshie auf, überprüfen deren Zustände (wobei Lisa und ich schon vor Ulrichs Ankunft damit angefangen hatten) und starten eine große Aufräumaktion in unserem Musikraum in Teshie. Das Ganze findet Ende August statt. Unsere Schüler:innen und Helferinnen aus dem Haus werden mit Fried Rice und Jollof Rice belohnt. In den folgenden Tagen kümmern wir uns um Noten und Instrumente (wir reparieren zumindest teilweise einen Kontrabass und Ulrich und Aylin (auch eine ehemalige Freiwillige, die allerdings nicht in unserer WG wohnt) bürsten jede Menge Geigenbögen). Lisa klebt Klarinetten und Querflöten wieder zusammen. Das Projekt Instrumentensichtung, -ordnung, -überprüfung und -reparatur begleitet uns bis heute.

Dann ist es endlich so weit. Die letzte Woche des Noise Ban in den Stadtteilen Teshie und Nungua bricht an. Die Ruhepause und Unterrichtsfreie Zeit hat ein Ende. Um Mitternacht (in der Nacht von Freitag auf Samstag) wird der Noise Ban aufgehoben und das Homowo Festival des Ga-Stamms beginnt. An diesem Abend verbringen wir unsere Zeit in großer Runde am Strand in einer Beach-Bar. Das Festival besuchen wir (Ulrich, Lisa, Aylin und ich) dann am Samstagnachmittag. Teil des Festivals ist ein großer Lauf von tausenden Menschen, die teilweise den ganzen Abend durch die Straßen joggen. Manche sind verkleidet, andere tragen Masken und immer wieder stechen aus der Masse Standarten heraus mit verschiedenen Figuren an der Spitze, welche die Familienklans repräsentieren. Die Teshie Road, die große Hauptstraße, die durch den Stadtteil führt, ist auf einem Kilometer autofrei und gespickt mit Menschen, Foodspots und Musikboxen. Der Rest der Feierlichkeiten erstreckt sich auf die umliegenden Straßen bis hin zum Strand. Am Sonntagmorgen besuchen Ulrich und ich, wie auch schon in der Woche zuvor, den Gottesdienst in der Pentecost Church in Teshie, diesmal in Begleitung von Lisa.

In der zweiten Septemberwoche vervollständigt sich unsere WG. Amelie und Bene stoßen zu uns. Aus drei mach fünf. Full House. Und nun steht auch unser neuer Stunden- bzw. Wochenplan. Wir haben uns so auf die Tage aufgeteilt, dass mein Stundenplan bestehen bleibt, sich die Klarinetten an den Standorten nicht doppeln (sprich: Lisa und Amelie unterrichten nur am Sonntag gemeinsam in Teshie) und auch Bene und Ulrich (beide Streicher) fahren meistens zu unterschiedlichen Orten. Da Ulrich und ich am 08. bzw. 09. Oktober nach Deutschland zurückkehren, haben wir auch darauf geachtet, dass der Stundenplan auch ohne uns funktioniert (unsere Einheiten sind also immer gedoppelt).

Vergangene Woche, bzw. schon am Wochenende davor, hat es mich dann erwischt. Ziemlich genau eine Woche liege ich flach. Meine Tage verbringe ich damit, stillleidend im Bett zu liegen und mich im Halbstundentakt aufs Klo zu schleppen. Am Sonntag, nur um wirklich sicher zu gehen, fahren Lisa und ich zu einem Krankenhaus und ich mache einen Malariatest – negativ. Glück gehabt. Die Symptome sprechen nämlich für eine mögliche Malariaerkrankung. Dafür habe ich nun auch mal ein ghanaisches Krankenhaus von innen gesehen, was ich dann auch als eine nette Erfahrung abstempeln kann. Ich bin direkt drangekommen, es gab keinerlei Komplikationen und nach einer Stunde waren wir schon wieder zurück (ein Abstecher zur Apotheke inklusive).

Pünktlich zu unserem geplanten Ausflug nach Akropong am letzten Wochenende bin ich wieder vollends genesen und so machen wir uns morgens nach dem Frühstück auf den Weg in die Eastern Region. Die Fahrt dauert etwas länger, doch es lohnt sich. Am Nachmittag besuchen wir den Asenema Waterfall und genießen die Natur. Den Abend lassen wir in einer Bar und einer anderen Bar ausklingen. Ich liege so gegen 3:40 Uhr im Bett, Amelie und Lisa haben sich noch auf eine Diskussion mit Kojo (einem gemeinsamen Freund, bei dem wir übernachten) eingelassen. Ihr Abend endet gegen 5:00 Uhr in der Früh. Am nächsten Tag, es ist Sonntag, der 21. September, fahren wir um 10 Uhr wieder zurück nach Accra, unterrichten wie gewohnt am Nachmittag unsere Schüler:innen in Teshie und haben am Abend ein Meeting, welches Ulrich organisiert hat. Sinn des Meetings ist, die Standorte Korle Gonno, Nima und Teshie näher zusammenzubringen und allgemein die Strukturen zu verbessern, wie auch die Vernetzung zu stärken. Zu essen gibt es Jollof Rice.

Für mich brechen heute die letzten zwei Wochen in Ghana an. Etwas Zeit, die noch genutzt werden will und genutzt werden wird.

Gruß, David

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