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WG-Leben, Akropong und erste Aufführungen

Wie schnell die Zeit vergeht… und wieder einiges, worüber es sich zu berichten lohnt. Herzlich Willkommen zum MoG-Blog und meiner persönlichen Berichterstattung. Mittlerweile habe ich die Zeit allein in der WG nicht nur erfolgreich überstanden, sondern Verstärkung von Lisa (seit knapp vier Wochen hier) und Ulrich (seit gestern da) bekommen. Gleich am ersten Tag mit Lisa, wir springen zurück zum 5. August, habe ich einen Kurzauftritt mit zwei Querflötenschülern in Nima im Rahmen einer Schuljahresabschlussfeier. Der Vormittag ist gefüllt mit Tänzen aller Art (in Trachten zu Trommelmusik oder Hip-Hop in moderneren Outfits), Gedichten und eben unserem Auftritt. Die Stimmung ist ausgelassen und laut. Vor allem ist sie laut. Wir spielen ein Lied, welches wir vorher intensiv geübt haben. Ich sag mal so, die Generalprobe hat mir gezeigt, dass die beiden das Stück gut können.

Das Leben in der WG gestaltet sich als sehr entspannt. Zuvor hatten wir (Lisa und ich) uns bereits beim Vorbereitungsseminar kennengelernt. Auf dieser Basis bauen wir auf und verbringen viele Stunden zusammen und unterhalten uns über unterschiedlichste Themen. Glücklicherweise übernimmt Lisa (weitgehend) meine Ordnung und Sauberkeit, was zu einer allgemeinen Zufriedenheit beiträgt. Darüber hinaus kochen wir (fast) jeden Tag, probieren neue Dinge aus und treffen uns viel mit Freunden. Durch eine mehrwöchige Unterrichtspause in Teshie wird der Mittwoch zu unserem Beachvolleyball-Tag. An zwei Vormittagen nehmen wir uns die Zeit und besuchen die Gallery 1957 und die Amba Gallery im Zentrum, in welchen wir uns die Ausstellungen anschauen.

Mitte August geht es das erste Mal raus aus Accra nach Akropong, dem Heimatort von Kojo. Dort lernen wir seine Mutter und andere Familienmitglieder kennen. Es ist eine willkommene Abwechslung und zum ersten Mal wird mir wirklich bewusst, wie laut es eigentlich in Accra ist, denn die Stille auf dem Land ist fast schon gespenstisch. Von Akropong fahren wir weiter nach Norden und tiefer hinein in die Eastern Region bis zum Volta River und zur Adomi Bridge. Die Natur ist atemberaubend und die Luft eine völlig andere als die von Abgasen geschwängerte Luft der Metropole. Unser Ausflug am Sonntag fällt leider ins Wasser. Buchstäblich. Und das, obwohl das Motto passt, denn wir wollten uns einen Wasserfall nahe Adukrom anschauen. Wir einigen uns darauf, den Ausflug zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.

Vergangenes Wochenende, am Samstag, dem 23. August, findet in Nima eine weitere Aufführung statt, bei welcher Lisa und ich mitspielen. Es ist ein Festival von verschiedensten Libraries und Community Centern aus Accra. Wir spielen insgesamt drei Songs. Die Schüler:innen und wir sind zufrieden, auch wenn sich die ganze Situation sehr gut mit dem Wort chaotisch zusammenfassen lässt. Am darauffolgenden Sonntag besuche ich zusammen mit Kofi und zwei seiner Freunde das Chale Wote Street Art Festival in Osu. Es ist um einiges größer als ich zunächst angenommen hatte, und bietet eine Vielzahl an Streetfood (was hier wirklich nicht verwundert), Straßenbars, Kunstausstellungen (besonders um den Independent Arch) und eine große Mainstage mit geilem Programm auf dem Black Star Square. Besonders die Big Band gefällt mir ausgesprochen gut.

Ein letztes offenes Thema, welches ich im ersten Blog angesprochen habe, sind die Moskitos. Es gibt zwei sehr effektive Mittel, welche im Zusammenspiel ein starkes Duo bilden – Moskitospray für die nackte Haut und sogenannte Moskito Coils, ein wunderbar riechendes Räucherstäbchen in gekringelter Form. Nachts im Bett schützt das Moskitonetz, zumindest meistens. Ich habe auch schon so manchen Krieg nachts um halb drei geführt. Häufig gehe ich als Sieger wieder ins Bett, manchmal überlasse ich mein Blut diesen lästigen Blutsaugern.

Am Montag und Dienstag fangen Lisa und ich an zu kränkeln. Auch das gehört zur Wahrheit dazu. Nach drei Tagen Krankenlager hat sich Lisa wieder von ihrer Migräne erholt und auch mir geht’s deutlich besser. Seit gestern ist Ulrich Teil des Teams. Willkommen zurück, Veteran.

Gruß, David

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