{"id":736,"date":"2018-09-24T20:27:20","date_gmt":"2018-09-24T18:27:20","guid":{"rendered":"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/?p=736"},"modified":"2019-04-09T12:58:43","modified_gmt":"2019-04-09T10:58:43","slug":"ein-tag-im-ghanaischen-leben-von-mila","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/gb\/ein-tag-im-ghanaischen-leben-von-mila\/","title":{"rendered":"Ein Tag im ghanaischen Leben von Mila"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Montags unterrichte ich Klasse P2, P4 und P6. In P2 versuche ich gerade, Noten einzuf\u00fchren. Meine ehemalige Musiklehrerin war so lieb und hat mir ihre Methoden verraten. Ich erz\u00e4hle ihnen also die Geschichte von einem Jungen, der zu Kofi, einem typisch ghanaischen Namen, umgetauft wurde. Kofi mag die Lieder in der Kirche so sehr, dass er die Melodien aufschreiben m\u00f6chte und \u00fcberlegt daher, wie das gehen k\u00f6nnte. Letzte Stunde habe ich mit den Kindern also versucht, Melodien mit Hilfe von wellenartigen Linien aufzuschreiben. Das hat nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht funktioniert, war aber trotzdem ganz am\u00fcsant. Heute habe ich dann die ersten beiden Notenlinien eingef\u00fchrt. Nun sollte diese Wellenlinie zwischen und auf den beiden Notenlinien verlaufen. Als die Kinder selbst diese drei T\u00f6ne auf Boomwhackers spielten, klappte es ganz gut. Ich lasse Kinder eine Melodie dirigieren und schnell gewinnen sie Interesse und entwickeln Ehrgeiz, die Melodie richtig zu dirigieren. 60 Minuten k\u00f6nnen so schnell vorbei gehen, aber wenigsten wei\u00df ich jetzt schon, was ich n\u00e4chste Woche mache.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von P4 war ich letzte Woche etwas gefrustet. Sie waren laut und haben so nicht gut zugeh\u00f6rt, obwohl ich extra kein trockenes Thema sondern \u201eProgrammmusik\u201c angefangen habe. Heute ist es aber schon viel besser. Erst sammeln wir die Eigenschaften von einem Gnomen. Als ich dann den \u201eGnom\u201c aus \u201eBilder einer Ausstellung\u201c vorspiele, sollen sie diese Eigenschaften in der Musik wiederfinden. Anschlie\u00dfend m\u00f6chte ich es anders herum versuchen. Sie sollen die Musik \u201eDas Tor von Kiew\u201c h\u00f6ren und dazu ihre Assoziationen aufschreiben oder aufmalen. Witziger Weise waren ganz viele noch mit dem Gnomen besch\u00e4ftigt, sodass die Geschichten von Zwergen handelt, die von Menschen in den Zoo gesperrt werden oder \u00e4hnliches. Interessant. Ich hatte andere Gedanken\u2026 Aber auch hier geht die Zeit so schnell vorbei, allerdings unterrichte ich hier auch nur ca. 40 Minuten. Eigentlich wollte ich anfangen, wirklich die Musik anzuh\u00f6ren und zu analysieren. Also zu schauen, warum Mussorgsky hier Fagott und nicht Violinen einsetzt, warum es dort leiser wird und wie er es schafft, die Promenade so unterschiedlich und doch mit der gleichen Melodie zu komponieren. Aber egal, dann habe ich mir die Vorbereitung f\u00fcr n\u00e4chste Stunde gespart.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit P6 mache ich im Prinzip das Gleiche, nur auf einem anderen Niveau. Letzte Woche ist leider ausgefallen, weil es da noch Unklarheiten wegen des Stundenplans gab. Ich habe also heute das gemacht, was ich in P4 in zwei Stunden gemacht habe. Au\u00dferdem merkt man, dass sie bereits ein breiteres Hintergrundwissen haben, sie erkennen, wann eine Tuba spielt und k\u00f6nnen es auch verbinden, ob sich das traurig oder gruselig anh\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch hier waren die Assoziationen zum Tor von Kiew sehr unterschiedlich. Von einer Jagd \u00fcber eine Hochzeit bis hin zur Entf\u00fchrung war alles dabei. Das Interessanteste am Lehrerinnendasein finde ich gar nicht das Unterrichten, sondern die Beobachtungen, die man \u00fcber die Kinder macht. Auch welche Freundschaften und Strukturen innerhalb der Klassen bestehen. Und das ist auch der Teil, der mir wirklich Spa\u00df macht; die pers\u00f6nlichen Entwicklungen und Erfolge der Kinder, ob sie mir nach der Stunde de facto erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, was Programmmusik ist, ist dann doch eher zweitrangig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montags unterrichte ich Klasse P2, P4 und P6. In P2 versuche ich gerade, Noten einzuf\u00fchren. Meine ehemalige Musiklehrerin war so lieb und hat mir ihre Methoden verraten. Ich erz\u00e4hle ihnen also die Geschichte von einem Jungen, der zu Kofi, einem typisch ghanaischen Namen, umgetauft wurde. 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