{"id":586,"date":"2017-10-31T17:53:43","date_gmt":"2017-10-31T16:53:43","guid":{"rendered":"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/?p=586"},"modified":"2017-12-30T17:12:06","modified_gmt":"2017-12-30T16:12:06","slug":"der-alltag-im-odehe-center","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/gb\/der-alltag-im-odehe-center\/","title":{"rendered":"Der Alltag im Odehe Center"},"content":{"rendered":"<p>Ich muss mich schon wieder f\u00fcr die Versp\u00e4tung entschuldigen. Das WLAN geht noch immer nicht und mein Handy hat irgendwas Komisches mit dem aufgeladenen Guthaben gemacht. Hier bin ich also und schicke meinen Blog eine Woche zu sp\u00e4t ab\u2026 Ich hoffe ihr k\u00f6nnt es mir nachsehen ?<br \/>\nJetzt, da wir wie schon erl\u00e4utert, endlich vollst\u00e4ndig sind, k\u00f6nnen wir uns nach und nach in unseren Alltag einleben. Aufgrund der Einteilung in zwei Gruppen verbringen wir nicht jeden Tag mit allen zusammen, sondern sind dementsprechend in kleineren Gruppen unterwegs um zu arbeiten oder auch unsere Freizeit zu gestalten.<br \/>\nMal abgesehen von den Tagen im Kinder Paradise leben wir alle gemeinsam in dem sogenannten Odehe Center. Das Haus hat zwei Stockwerke und wir haben das Oberste f\u00fcr uns allein. Nur in Ausnahmef\u00e4llen, wie der Besuch eines Familienmitglieds oder eines Freundes, wird noch zus\u00e4tzlich jemand bei uns einquartiert. Neben den drei Schlafr\u00e4umen, die wir als Freiwillige in Anspruch nehmen, gibt es noch zwei weitere R\u00e4ume, die an andere vermietet werden k\u00f6nnen. Zurzeit sind beispielsweise Annikas Mutter und ihre Schwester da und leben mit uns im Odehe Center. Auch ich werde das Vergn\u00fcgen haben, jemandem aus meiner Familie Accra und Ghana zu zeigen, denn meine Mama hat kurzfristig beschlossen, dass sie mich im Dezember hier in Accra abholt ? Gemeinsam werden wir noch etwas mehr als eine Woche Zeit haben, um zu Reisen und Ghana zu erleben und am 20.12. fliegen wir dann gemeinsam zur\u00fcck nach Hause. Ich habe mich total gefreut, als sie mir das Ticket geschickt hat, denn was gibt es sch\u00f6neres, als mit der eigenen Mutter Ghana zu erkunden und dann wieder in das vertraute Deutschland zu fliegen \u2764<br \/>\nAber jetzt zur\u00fcck zum Alltag im Odehe. Wie schon gesagt leben wir derzeit zu sechst in der Wohnung, essen, reden und arbeiten miteinander. Damit ihr euch unter den Namen etwas vorstellen k\u00f6nnt, werde ich euch die anderen Freiwilligen kurz vorstellen.<br \/>\nMit 22 Jahren ist Clara die \u00c4lteste unter uns. Sie studiert zusammen mit Constantin schon einige Semester lang Schulmusik mit dem Hauptfachinstrument Geige. Beide haben sich ein Urlaubsemester genommen um gemeinsam nach Ghana gehen zu k\u00f6nnen. Mit Clara wird es nie langweilig, denn man hat eigentlich immer was zu lachen ?<br \/>\nConstantin ist ebenfalls 22 Jahre alt und kam \u00fcber Clara auf Musiker ohne Grenzen. Er ist hier der Hahn im Korb unter uns f\u00fcnf M\u00e4dels, aber bisher scheint das kein Problem f\u00fcr ihn darzustellen ? Neben Musik mit dem Hauptfach Cello studiert er noch Sport auf Lehramt und versucht uns regelm\u00e4\u00dfig zu seinen allmorgendlichen Workouts zu motivieren.<br \/>\nDie anderen drei M\u00e4dels sind so alt wie ich und haben ebenfalls dieses Jahr ihr Abitur bestanden. Von Judith wusste ich anfangs gar nicht, dass sie mit nach Ghana kommt, da sie bei dem Vorbereitungsseminar in Berlin nicht dabei war. Sie unterrichtet hier ebenfalls Cello, auch wenn ihr Hauptinstrument eigentlich ihre Stimme ist. Witziger Weise kennt sie viele der Lieder, die wir mehrstimmig in unserem Vokalensemble am Andreanum gesungen haben und so k\u00f6nnen wir ab und zu gemeinsam etwas singen.<br \/>\nLena habe ich schon auf dem Vorbereitungsseminar kennengelernt. Sie spielt Querfl\u00f6te, wie auch Geige, unterrichtet hier aber haupts\u00e4chlich Querfl\u00f6te. Mit ihr turne ich ab und zu abends ein wenig, auch wenn sie ungef\u00e4hr 1000 Mal besser ist als ich. Durch dass, dass sie jahrelang geturnt hat, kann ich echt noch was von ihr lernen und bin auch schon flei\u00dfig dabei, an meinem Handstand zu arbeiten. Au\u00dferdem hat sie mir schon 3 Dreadlocks gemacht, denn sie selbst hat sich kurz vor ihrem Abiball alle Haare dreaden lassen.<br \/>\nAnnika ist die J\u00fcngste unter uns und erst kurz vor ihrem Flug nach Ghana 18 geworden. Wie auch Lena unterrichtet Annika Querfl\u00f6te. Sie ist eigentlich immer gut drauf man kann sich mit ihr \u00fcber vieles unterhalten. Mit Annika bin ich auch in einer Arbeitsgruppe, ebenso wie mit Constantin.<br \/>\nUnser Alltag sieht immer ziemlich \u00e4hnlich aus. Morgens fr\u00fchst\u00fccken wir (soweit alle im Odehe Center sind) gemeinsam so gegen 8:00 Uhr. Je nachdem, wer vorher schon wach ist, meistens sind wir alle schon so gegen 7:30 Uhr auf, gehen zwei bis drei Brot und manchmal Eier oder Wasser einkaufen, damit wir das Fr\u00fchst\u00fcck anrichten k\u00f6nnen. Die Fr\u00fcchte f\u00fcr das Fr\u00fchst\u00fcck kaufen wir eigentlich immer am Abend zuvor, da die meisten Verk\u00e4uferinnen um diese Uhrzeit noch nicht an der Stra\u00dfe stehen. Gemeinsam bereiten wir das Essen vor: jemand schneidet die Fr\u00fcchte, momentan meistens Ananas und Papaya, der N\u00e4chste schneidet und toastet das Butterbread oder macht Guacamole mit Knoblauch und Zitronensaft, noch jemand deckt den Tisch oder kocht den Kaffee. Eigentlich gleicht sich die Arbeitsaufteilung immer aus und bisher gab es deswegen noch keine Konflikte. Gemeinsam setzen wir uns dann an den Tisch, der zwar unterdacht, aber nicht durch Glasscheiben von der gro\u00dfen Terrasse abgeschnitten ist, und genie\u00dfen unser Fr\u00fchst\u00fcck. Manchmal haben wir auch Lust auf etwas Porridge und r\u00fchren uns dann statt des Butterbreads hei\u00dfe Milch mit Haferflocken an. Gemeinsam mit Fr\u00fcchten und etwas Zimt schmeckt das wirklich herrlich. Haben wir unser Mahl beendet, erkl\u00e4rt sich eigentlich immer Jemand bereit, abzuwaschen, w\u00e4hrend sich die anderen schon fertigmachen k\u00f6nnen.<br \/>\nDa wir uns alle ein Bad bzw eine Toilette mit Waschbecken daneben teilen, kommt es manchmal zu kleinen Staus im Gang vor dem Klo. Vor allem nach einem langen Tag, wenn alle mal Pipi m\u00fcssen, kann es schon mal l\u00e4nger dauern, bis man endlich drankommt. Aber auch das bekommen wir geregelt, ohne dass es zu Komplikationen kommt. Sind alle geduscht, angezogen und gerichtet, kann es losgehen. In den zwei Gruppen verlassen wir eigentlich immer zu unterschiedlichen Uhrzeiten das Odehe Center, je nachdem, wo und wann unterrichtet werden muss. Dienstags zum Beispiel (montags unterrichten Constantin und ich ja noch im Kinder Paradise) m\u00fcssen Annika, Consti und ich so gegen 9:30 Uhr das Haus verlassen, um p\u00fcnktlich um 11:00 Uhr in der AMIS Schule unterrichten zu k\u00f6nnen. Meistens sind wir fr\u00fcher da und haben noch eine viertel Stunde Zeit, aber es ist auch schon vorgekommen, dass der Verkehr einfach extrem schlecht war und wir gerade rechtzeitig an der jeweiligen Schule ankamen.<br \/>\nUm in die entsprechenden Schulen zu kommen, m\u00fcssen wir logischerweise TroTro fahren. F\u00fcr die Bethany, wie auch f\u00fcr die AMIS Schule nutzen wir die gleichen Verbindungen. Dementsprechend steigen wir an der First Junction (die Station an der wir wohnen) in das n\u00e4chst beste TroTro in Richtung Circle ein und fahren bis zur Nima Police Station. Die Strecke dauert meistens schon zwischen einer halben und dreiviertel Stunde und nach unserem Umstieg in Richtung Big Gutter kann es durchaus sein, dass wir eine weitere halbe Stunde unterwegs sind. Vor allem der zweite Teil der Strecke, der durch Nima f\u00fchrt, dauert l\u00e4nger als man anhand der Entfernungen erwarten k\u00f6nnte. Grund daf\u00fcr ist einfach die Menge an Autos, die durch die schmale und von Menschen \u00fcberf\u00fcllte Stra\u00dfe wollen, da sind Staus kein Wunder. Schon etwas fertig von dem langen Fahren in der Hitze, kommen wir dann in der jeweiligen Schule an und unterrichten eine Stunde lang. Je nach Tag k\u00f6nnen wir dann nach Hause (Mittwochs und manchmal Donnerstags) oder m\u00fcssen noch zur Library, um dort Instrumentalunterricht zu geben (Dienstags). Je nach dem nehmen wir uns etwas zu Essen mit, essen zuhause, oder gehen in der Deutsch- Schweizerischen Schule in die Mensa. Jeden Dienstag freuen wir uns darauf, dort essen gehen zu k\u00f6nnen, da es dort neben leckeren ghanaischen Speisen auch Kn\u00f6pfli und Spaghetti zu bestellen gibt. Nach unserem Unterricht in der Library laufen wir dann zur TroTro Station Third Seven und steigen in das n\u00e4chste TroTro nach Teshie-Nungua.<br \/>\nZuhause angekommen m\u00fcssen wir entweder noch einige Sch\u00fcler in Teshie unterrichten, oder haben den restlichen Tag frei. Freizeit nutze ich gerne zum W\u00e4sche waschen, was hier per Hand und mit zwei Eimern erledigt werden muss, zum Lesen oder auch zum Schlafen, dazu mal etwas Ordnung zu machen oder auch Geige zu \u00fcben. Die Tage sind hier viel anstrengender als zuhause in Deutschland, da allein die Hitze so derma\u00dfen viel Energie raubt, dass man nach dem TroTro fahren schon total am Ende ist. Deshalb habe ich des \u00d6fteren einen Mittagschlaf gemacht, wenn ich die Gelegenheit dazu hatte. Manchmal schlafe ich auch im TroTro nochmal ein oder d\u00f6se vor mich hin. Wenn ich nicht schlafe, aus dem Fenster starre oder (in seltenen F\u00e4llen) Musik h\u00f6re, dann lese ich auf den Fahrten h\u00e4ufig. Mit meinem ersten Buch bin ich schon durch (\u201eThe Happiness Project\u201c \u2013 ein sehr gutes Buch, danke Paula f\u00fcr die Empfehlung) und lese jetzt \u201eThe Interpretation Of Murder\u201c, was ebenfalls sehr interessant ist. Ich versuche eigentlich jeden Tag etwas zu lesen und komme dementsprechend gut voran. Das freut mich ungemein, da ich auch in Deutschland schon mehr lesen wollte und einfach nicht so dazu gekommen bin. Vielleicht kann ich mir das regelm\u00e4\u00dfige Lesen auch zuhause noch erhalten ?<br \/>\nGegen Nachmittag \u2013 solang niemand in Prampram ist \u2013 kommen die anderen auch nach Hause, oder sind schon vor Ort, da sie in Teshie unterrichten m\u00fcssen. Meistens sitzen wir schon zusammen bevor wir uns etwas zu Essen geholt haben und quatschen. Ab und zu kochen wir uns etwas, aber in der Regel gehen wir zur First Junction und holen uns Reis mit Plantains oder Indomie Nudeln. Gemeinsam genie\u00dfen wir dann unsere Mahlzeit und reden oder organisieren schon nebenher. Montags ist unsere Teambesprechung, wo wir wichtiges abkl\u00e4ren, wie die Planung unseres Konzerts am 25. November und nach getaner Plicht kommt dann das Vergn\u00fcgen.<br \/>\nWir haben schon Filmabende gemacht, sind auf der Terrasse herumgeturnt oder auf das Dach geklettert, haben uns mit Eddie oder Daniel (ein Lehrer von der AMIS) getroffen und waren noch in Osu oder auch in Teshie feiern, oder sa\u00dfen einfach noch gem\u00fctlich zusammen und haben geredet. Insgesamt verstehen wir uns in unserer WG wirklich gut und haben uns schon (wenn ich das so sagen kann) angefreundet. Man lernt die anderen einfach immer besser kennen und es gibt immer noch eine Geschichte oder ein Erlebnis, das die anderen noch nicht von einem kennen. Zwar ist es auch manchmal nicht so ideal, dass wir zu sechst sind, da wir dadurch keinen gemeinsamen freien Tag haben, aber auf der anderen Seite kann man mal mit anderen Leuten reden, als nur mit denjenigen, mit denen man in einer Gruppe ist. Es ist eine echt angenehme und nette Truppe und ich habe den Eindruck, dass wir noch viel voneinander lernen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich melde mich sobald es geht wieder ?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich muss mich schon wieder f\u00fcr die Versp\u00e4tung entschuldigen. Das WLAN geht noch immer nicht und mein Handy hat irgendwas Komisches mit dem aufgeladenen Guthaben gemacht. 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