{"id":308,"date":"2016-05-05T12:06:38","date_gmt":"2016-05-05T10:06:38","guid":{"rendered":"http:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/?p=308"},"modified":"2016-05-05T12:06:38","modified_gmt":"2016-05-05T10:06:38","slug":"ho-ein-hoch-auf-hohoe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/gb\/ho-ein-hoch-auf-hohoe\/","title":{"rendered":"Ho, ein Hoch auf Hohoe!"},"content":{"rendered":"<p>Unsere Musiksch\u00fcler haben sich im Verlaufe der letzten Wochen alle in die Ferien verabschiedet und deshalb waren wir Freiwillige w\u00e4hrend dieser Zeit arbeitslos. Arbeitslos aber nicht tatenlos. Also beschlossen wir eine kleine Reise nach Hohoe, hinter Ho, in der Volta Region nahe der Grenze zu Togo zu machen. Geplant war eine Abfahrt am fr\u00fchen Mittwochnachmittag, aber wie es halt hier in Ghana so ist, sind wir dann um 17.00 Uhr losgekommen. Sofie, Johannes und ich spazierten also mit unseren Rucks\u00e4cken zum Makola-Markt und suchten nach einem Trotro, das uns nach Hohoe bringen w\u00fcrde. Weil wir eh schon zu sp\u00e4t dran waren, ergab sich diese Suche nat\u00fcrlich als schwieriger als erwartet und das Trotro war noch leer als wir ankamen. Ein Trotro ist ein unbequemer Minibus, der dann losf\u00e4hrt, wenn jeder seiner Sitze belegt ist und wegen dieser Abfahrtsregel ist es kein freudiger Moment, wenn man ein leeres Trotro vorfindet. Wer in Ghana nach Fahrpl\u00e4nen oder p\u00fcnktlichkeitss\u00fcchtigen Fahrg\u00e4sten sucht, ist definitiv am falschen Ort. Wir haben uns also ins Trotro gesetzt und gewartet. Ungef\u00e4hr eine Stunde sp\u00e4ter war das Trotro tats\u00e4chlich voll und unsere Reise konnte beginnen.<br \/>\nW\u00e4hrend der Fahrt hatte ich gute vier Stunden Zeit um meinen Gedanken nachzugehen und da habe ich mir \u00fcberlegt, ob man sich eine Trotrofahrt vorstellen kann, wenn man noch nie hier war und bin zum Schluss gekommen, dass es eine schwere Aufgabe ist. Eine Trotrofahrt vereint n\u00e4mlich gaaanz viele sehr ghanaische Besonderheiten. Das Wasser f\u00fcr die Fahrt kauft man sich von den vielen Frauen, die auf der Stra\u00dfe stehen und Pure Water verkaufen, das sie auf dem Kopf tragen. Pure Water ist T\u00fctenwasser&#8230; Des Weiteren f\u00e4hrt man auf Stra\u00dfen mit Schlagl\u00f6chern in einem Trotro, bei dem m\u00f6glicherweise das Gaspedal nur noch an einem Kabel befestigt ist oder man zum Hupen zwei Kabelende aneinander halten muss. Hupen ist ebenfalls ein wichtiges Stichwort. Hier in Ghana l\u00f6st hupen jedes Problem.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-274 size-full\" src=\"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-01.jpg\" alt=\"2016-05-05-01\" width=\"1180\" height=\"787\" srcset=\"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-01.jpg 1180w, https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-01-670x447.jpg 670w, https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-01-768x512.jpg 768w, https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-01-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1180px) 100vw, 1180px\" \/><\/p>\n<p>Donnerstagmorgens waren wir dann also halbausgeschlafen in Hohoe und Johannes und ich sind zu Kaskadenwasserf\u00e4llen gegangen, w\u00e4hrend die arme Sofie krank im Bett lag. Bei der Ankunft im Dorf mussten wir dem Chief der Community einen Besuch abstatten und ihm nach einem Schwatz einige Cedis (Ghanaische W\u00e4hrung) in die Hand dr\u00fccken, damit wir zu den Wasserf\u00e4llen durften. Unser Guide erkl\u00e4rte uns auf dem Hinweg ausf\u00fchrlich, weshalb man nur 2 der 7 Kaskaden besuchen k\u00f6nne. Scheinbar seien die anderen zu gef\u00e4hrlich, weil schon jemand hineingefallen sei und dann in ein unglaublich tiefes Loch gezogen wurde. Ob das tats\u00e4chlich der Fall war oder ob es vielleicht doch eher \u00dcbertreibung ist, wage ich nicht zu urteilen.<\/p>\n<p>Wir wollten am selben Tag noch zu anderen Wasserf\u00e4llen und sind deshalb mit dem Trotro in ein abgelegenes Dorf gefahren. Bei der Ankunft hat man uns mitgeteilt, dass es schon zu sp\u00e4t sei, um zu den Wasserf\u00e4llen zu kommen, aber man k\u00f6nne noch auf den Berg steigen. Ein steiler Weg f\u00fchrte durch tropischen Wald hinauf zum Gipfel, wo wir nassgeschwitzt ankamen. Auf dem Berg wurden Johannes und ich von einem Kindheitsanfall erfasst und wir begannen im Zehnerpack mit dem Selbstausl\u00f6ser Selfies zu schie\u00dfen. Johannes versuchte mich aufzufressen, wir schnitten Grimassen und wir haben Lachanf\u00e4lle gekriegt. Zwischenzeitlich genossen wir nat\u00fcrlich die wundersch\u00f6ne Aussicht auf das flache und \u00fcppig gr\u00fcne Land aus dem unser Berg, der Mount Afadjato als alleinstehender Berg hinausragt. Wir erfreuten uns also am rosa Sonnenuntergang und machten Selfies. Sonnenuntergang bedeutet aber hier in Ghana ziemlich schnell einmal Dunkelheit und so kam es, dass wir bei Nacht, ohne Taschenlampe im tropischen Wald vom h\u00f6chsten Berg Ghanas hinunterstiegen. Wir kamen allerdings heil unten an und ich wage gar zu behaupten, die R\u00fcckreise nach Hohoe sei gef\u00e4hrlicher gewesen als der Abstieg, denn da fuhren wir zu dritt auf einem Motorrad bei Nacht eine Landstra\u00dfe entlang. Aber auch da hat wohl ein Schutzengel \u00fcber uns gewacht. Man muss noch anmerken, dass wir zwar sehr wohl auf dem h\u00f6chsten Berg Ghanas waren, aber uns dies erst zwei Tage sp\u00e4ter klar wurde, als wir auf den h\u00f6chsten Berg steigen wollten und dann pl\u00f6tzlich merkten, dass wir den Namen dieses Berges irgendwoher schon kennen&#8230; \ud83d\ude42<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-262 size-full\" src=\"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-02.jpg\" width=\"1180\" height=\"885\" srcset=\"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-02.jpg 1180w, https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-02-600x450.jpg 600w, https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-02-768x576.jpg 768w, https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-02-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1180px) 100vw, 1180px\" \/><\/p>\n<p>Auch am n\u00e4chsten Tag stand ein Wasserfall und ein Berg auf dem Programm. Wir wollten n\u00e4mlich eine weite Runde zu den Wli Waterfalls wandern. Das sind zwei richtig sch\u00f6ne Wasserf\u00e4lle. Wir liefen also zu dritt mit unserem Guide los und kaum hatten wir die erste Steigung erreicht, speedete besagter Guide so schnell den Berg hoch, dass wir, trotz aller Alpenerfahrung, M\u00fche hatten mitzuhalten. Unser Guide trug Flipflops. Ziemlich schwer sich da eine gute Ausrede zurechtzulegen, damit man sich nicht allzu schw\u00e4chlich vorkommt. Aber zum Ausreden Suchen blieb auch wenig Zeit, denn die Aussicht war fantastisch und man konnte die Wasserf\u00e4lle schon von Weitem sehen. Nach einem ausserordentlich steilen Abstieg konnten wir dann die imposanten Wasserf\u00e4lle auf uns wirken lassen und die gewaltige Kraft des Wassers geniessen. Die Felsw\u00e4nde neben dem Wasserfall sind mit schwarzen Punkten \u00fcbers\u00e4t, bei denen man sich erstmals nichts grosses denkt. Bei genauerem Hinschauen wird aber ziemlich schnell klar, dass es sich m\u00f6glicherweise trotzdem lohnt, diesen schwarzen Punkten Aufmerksamkeit zu schenken. Jeder einzelne Punkt ist n\u00e4mlich eine schlafende Fledermaus&#8230;.<\/p>\n\n<div class='gallery'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/gb\/2016-05-05-04\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1050\" height=\"700\" src=\"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-04-e1480284448601.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-04-e1480284448601.jpg 1050w, https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-04-e1480284448601-670x447.jpg 670w, https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-04-e1480284448601-768x512.jpg 768w, https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-04-e1480284448601-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1050px) 100vw, 1050px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/gb\/2016-05-05-05\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1180\" height=\"787\" src=\"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-05-1180x787.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-05.jpg 1180w, https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-05-670x447.jpg 670w, https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-05-768x512.jpg 768w, https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-05-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1180px) 100vw, 1180px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl>\n\t\t\t<br style='clear: both' \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Letzte Station unserer Reise war der Voltasee. Der Voltasee ist, gem\u00e4\u00df Wikipedia, ein 520 km langer Stausee, der 1966 fertiggestellt wurde und eine Fl\u00e4che von \u00fcber 8500 km2 bedeckt. Bei der Erbauung wurden 78 000 Menschen umgesiedelt. Zahlen, Zahlen, Zahlen. Es ist selbst dann schwer, sich eine Vorstellung von diesen gewaltigen Dimensionen machen zu k\u00f6nnen, wenn man sich auf einem Kanu auf dem Voltasee befindet! Auf dem See zu sein, war f\u00fcr mich ein au\u00dferordentliches Erlebnis, denn der See ist umgeben von gr\u00fcnen H\u00fcgeln und deshalb sehr malerisch. Der Gedanke daran, dass vor nicht allzu langer Zeit noch gar kein See da war, ist unvorstellbar. Und mir wurde noch selten so sehr vor die Augen gef\u00fchrt, wie stark wir als Menschheit manchmal versuchen, die Natur in die Knie und in unsere Knechtschaft zu zwingen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-277\" src=\"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-06.jpg\" alt=\"2016-05-05-06\" width=\"1180\" height=\"885\" srcset=\"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-06.jpg 1180w, https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-06-600x450.jpg 600w, https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-06-768x576.jpg 768w, https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2016-05-05-06-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1180px) 100vw, 1180px\" \/><\/p>\n<p>Inspiriert von der malerischen Landschaft, der ungeheuren Gr\u00f6\u00dfe und vielleicht als Ausflucht vor allzu philosophischen Gedankenspielen bez\u00fcglich menschlicher Macht, begannen wir auf dem See unsere Regisseurkarriere. Wir h\u00f6rten also Filmmusik, paddelten mitten auf dem See, sahen kaum Spuren der Zivilisation und malten uns dabei einen krassen Filmplot aus, bei dem wir drei die Helden waren, auf einem magischen See paddelten und in einer H\u00f6hle vor einer alten Hexe, einem fl\u00fcsternden Mann und einem Taxifahrer fl\u00fcchten mussten&#8230; Ihr seid dann alle zur Filmpremiere in Hollywood eingeladen. \ud83d\ude42 Nachdem wir einen Filmschluss geschaffen hatten, fand auch unsere Reise ein Ende und wir kamen wohlbeh\u00fctet in Accra an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Musiksch\u00fcler haben sich im Verlaufe der letzten Wochen alle in die Ferien verabschiedet und deshalb waren wir Freiwillige w\u00e4hrend dieser Zeit arbeitslos. Arbeitslos aber nicht tatenlos. Also beschlossen wir eine kleine Reise nach Hohoe, hinter Ho, in der Volta Region nahe der Grenze zu Togo &hellip; <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/gb\/ho-ein-hoch-auf-hohoe\/\" class=\"more-link\"><span class=\"morelink-icon\">Read more<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":275,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"2.12.2","language":"gb","enabled_languages":["de","gb"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"gb":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/308"}],"collection":[{"href":"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=308"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/308\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/media\/275"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=308"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=308"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/accra.musikerohnegrenzen.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=308"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}