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Infos für MusikerInnen

  1. Projekt und Rahmenbedingungen                                                                                                           Wir sind noch ein relativ junges Projekt. Das bedeutet sicherlich auch, dass viele Abläufe sich erst noch einspielen müssen, dass vielleicht auch noch nicht alles ganz routiniert und perfekt läuft. Es bedeutet aber auch, dass die „Wege kurz“ sind, dass der Einzelne viel bewirken und verändern kann, dass das Projekt überschaubar ist, wir engen Kontakt pflegen und schnell auf veränderte Situationen reagieren können. Es ist daher von Vorteil, wenn die Freiwilligen sowohl Lust auf Zusammenarbeit in einem kleinen Team haben, als auch selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten und das Projekt wirklich mitgestalten wollen.Aus verschiedenen – vor allem lokalen – Gründen haben wir uns bisher hauptsächlich auf die Bildung von Kinderchören (Gesangsunterricht, aber auch ganz allgemein „gemeinsames Singen“) und auf die Orchesterarbeit (hauptsächlich Streicher, aber auch Oboe, Flöte und Trompete) konzentriert. Das heißt, dass Freiwillige in der Lage sein sollten, Anfängerunterricht auf einem Orchesterinstrument geben zu können und/ oder über ausreichend Erfahrung und Spaß im Chorsingen verfügen sollten.Außerdem geben wir „allgemeinen“ Musikunterricht, d.h. wir versuchen, den Kindern musikalische Grundkenntnisse zu vermitteln (Notenlesen, Rhythmus), vor allem aber Lust auf Musik zu machen. Auch Blockflöten-, Klavier-, und Gitarrenunterricht sind durchaus denkbar, bzw. wünschenswert.

    Die Freiwilligen sind bei unseren Freunden in der Musikschule „geniusHive“ untergebracht. Die Musikschule ist bewacht, liegt recht zentral in einem sicheren und sauberen Stadtteil und die Freiwilligenunterkünfte sind – für ghanaische Verhältnisse komfortabel eingerichtet. Die Unterbringung ist für die Freiwilligen kostenlos, allerdings können wir Verpflegung und Visa-gebühren nicht übernehmen.

  2. Aufgabenbereich und „Stundenplan“                                                                                                    Der Aufgabenbereich der Freiwilligen richtet sich natürlich immer auch sehr an den betreffenden Personen und an der jeweiligen Situation aus. Aktuell ist es so, dass die Freiwilligen an mindestens zwei Tagen in einem Heim für Waisen- und Straßenkinder in Prampram unterrichten. Da das Heim nicht direkt in Accra liegt, werden die Freiwilligen von unseren Partnern der geniusHive-Musikschule dorthin gebracht. Dort werden Kinder sowohl im Klassenunterricht in Musik unterrichtet, als auch nachmittags in kleineren Gruppen und im Einzelunterricht am Instrument und im Orchesterspiel unterwiesen.An zwei weiteren Tagen unterrichten wir Kinder in Nima, einem großen sozialen Brennpunkt in Accra, einem Stadtteil mit vielen Zuwanderern und sehr benachteiligten Kindern. An der AMIS- Schule wird vormittags Musik unterrichtet, nachmittags in einer nahegelegenen Bücherei Instrumentalunterricht gegeben.An einem Nachmittag bieten wir außerdem noch Instrumentalunterricht in Nungua für bereits etwas ältere Kinder und Jugendliche an.

    Mit der engen Anbindung an geniusHive und damit an ghanaische, junge Musiker ist natürlich auch der Wunsch verbunden, dort engen Kontakt zu pflegen, Hilfestellung zu geben und gemeinsam zu musizieren. Außerdem hat diese Zusammenarbeit den großen Vorteil, dass ein kultureller und sozialer Austausch mit ghanaischen Gleichaltrigen quasi zwangsläufig zustande kommt.

    Zwei bis dreimal im Jahr wollen wir Konzerte planen, organisieren und bewerben. Die Kinder in unseren Musikgruppen sollen möglichst regelmäßig auch in größeren Gruppen zusammenspielen, ein Ziel vor Augen haben und auch Wertschätzung durch öffentliche Auftritte erfahren.

  3. Das Ziel                                                                                                                                                                   Zunächst sind wir der festen Überzeugung, dass gemeinsames Musizieren im Chor oder Orchester, von unschätzbarem Wert ist für die Entwicklung junger Menschen. Gerade in armen Stadtteilen und bei Kindern, die früh mit Perspektivlosigkeit, Armut, Ausgrenzung und auch Gewalt konfrontiert sind, kann Musik einen wichtiger Akzent in eine bessere Zukunft darstellen.Es gibt in Ghana verschiedene Möglichkeiten, auch als professioneller Musiker zu arbeiten: es gibt Berufsorchester wie das National Symphony Orchestra, die zwar keine üppigen Gehälter bezahlen können, die aber für die Kinder, die wir unterrichten, in Zukunft eine sinnvolle berufliche Perspektive darstellen können. Es gibt ein großes Interesse an klassischer Musik in Ghana, schon allein durch die Vielzahl an Kirchen, und deren Chöre, die alle irgendwann einmal den Messiah oder andere große Orchesterwerke aufführen wollen. Auch hier gibt es also Betätigungsfelder, die noch gar nicht ausgeschöpft sind.Mittelfristig ist uns erst einmal wichtig, die Kinder über einen längeren Zeitraum zu unterrichten; das ist manchmal nicht so einfach, weil die Kinder häufig die Schulen wechseln und umziehen. Durch den Kontakt nun auch zu weiterführenden Schulen und durch die enge Zusammenarbeit mit geniusHive befinden wir uns aber auf einem sehr guten Weg.
  4. Besonderheiten

    Ghana ist für afrikanische Verhältnisse ein relativ stabiles, sicheres Land. Dennoch ist das Klima, ist die Kultur natürlich eine völlig andere. Wer sich entschließt, als Freiwilliger nach Ghana zu gehen, sollte sich eingehend mit Land und Kultur beschäftigen.